Letzten Donnerstag war es wieder soweit: Das Allensbacher Institut für Demoskopie lud nach Berlin, um dort die Ergebnisse der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse 2012 vorzustellen. Der Name der Studie führt dabei ein wenig in die Irre. Geht es doch neben den Markt-  und Zielgruppenanalysen hauptsächlich um die Analyse von Werbeträgern und Medien aus der Mediengattung Print – sprich Zeitungen und Zeitschriften. Entsprechend hoch war der Anteil an Verlagsleuten, die sich über die neuen Leserzahlen ihrer Publikationen informieren wollten. Denn die Anzahl der Leser eines Titels ist bares Geld wert. Sie korreliert in hohem Maße mit seinem Werbeumsatz.

Damit das Ganze nicht zu einer öden Leistungsschau verkommt, versuchen die Allensbacher neben den Leser-Reichweiten weitere interessante Ergebnisse vorzustellen. Das Ergebnis sind die hier aufgeführten Präsentationen, die ich Euch als PDF-Download zur Verfügung stelle. Damit Euch die Auswahl leichter fällt, hab ich jede Präsentation mit einem kleinen Kommentar versehen.

Die Präsentationen zu den Ergebnissen der AWA 2012

Ohne die jährliche Lobpreisung der Mediengattung Print wäre die AWA-Vorstellung nur halb so schön. Auch in diesem Jahr hat sich Herr Dr. Schneller hierbei sehr viel Mühe gegeben und Argumente zusammengestellt, die der Verlagsbranche Hoffnung geben. Dabei weist er nach, dass auch Informationsabrufe im Netz an Dynamik verlieren. Ein Hoffnungsschimmer für die Printbranche? Sicherlich nicht für Publikationen aus den Segmenten der wöchentlichen Frauenmagazine und der Computer- und Programm-Zeitschriften. Anders sieht es bei den überregionalen Tageszeitungen Handelsblatt, FTD und Welt aus. Die konnten im Vergleich zu 2007 kräftig an Lesern dazugewinnen.

Totgesagte leben lange! (Dr. Johannes Schneller)

Wer Lust auf ein paar schöne Klischees hat, der sollte sich unbedingt die Präsentation von Prof. Dr. Renate Köcher zu Gemüte führen. Hier erfährt man, dass Frauen in den letzten Jahren selbstbewusster und emanzipierter geworden sich zunehmend in der Berufswelt – wenn auch nur in Teilzeitarbeit – zu Hause fühlen. Besonders stark zeigt sich die weibliche Präsenz in Lehrerberufen und in der Medizin. Das ändert nichts an der Tatsache, dass Frauen nach wie vor nicht genug Schuhe haben können und bei ihnen das Thema Körperpflege an erster Stelle steht. Männer hingegen sollten die Finger vom Bügeleisen lassen und sich lieber um Reparaturen im Haushalt kümmern. Das zumindest behauptet die AWA 2012.

Frauenwelten 2012 (Professor Dr. Renate Köcher) 

Last but not least klärt uns Dr. Steffen de Sombre in seiner Präsentation noch über das Konsumverhalten der LOHAS auf. Meiner Meinung nach ist er damit rund 5 Jahre zu spät dran. Das aber nur am Rande. Das Thema Umweltschutz hat seinen Zenit mittlerweile überschritten und existiert in der Hauptsache in der Grünen-Generation der 80er Jahren weiter. Die Typologie der LOHAS fand ich zudem schon immer suspekt. Sie definiert sich u.a. über Kriterien wie Naturverbundenheit und/oder hoher Ausgabebereitschaft beim Thema Gesundheit und Wellness. Kein Wunder verhält sie sich auch so. Dennoch versuchen Studien genau diese Punkte immer wieder nachzuweisen. Irgendwie paradox…

Facetten der Nachhaltigkeitsorientierung und ihr Einfluss auf das Konsumverhalten (Dr. Steffen de Sombre)

Weitere Infos zur Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse gibt es unter AWA-Online.