Die Launen des Internets

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Die Launen des Internets

Internet, ich mag Dich. Doch Du bist launig.

So wird Facebook immer unverschämter. Nicht nur, dass es mir einen Großteil aller Beiträge unterschlägt, es fragt mich auch ununterbrochen nach meinen persönlichen Daten. Ich bleibe dabei: Für Facebook bin ich arbeitslos und mein Geburtstag der 01. Januar 1905. Die Demenz-Werbung in meiner Timeline nehme ich gerne in Kauf. Es lebe das Facebook Targeting!

Da lobe ich mir mein neues Lieblings-Meta-Netzwerk Path. Dort ist der Nutzer Kunde, nicht das Produkt. Kurzum: Meine Daten bleiben privat. Das ist mir sogar einen Premium-Account wert. Ein weiterer Vorteil: Path funktioniert nur auf mobilen Endgeräten. Das reduziert den Spam und setzt den Fokus auf “echte” private Beiträge. Als News-Aggregator hingegen eignet sich Path weniger. Wozu auch?

Es gibt doch Twitter. Oft unterschätzt, lerne ich die Vorzüge des wohl einfachsten Sozialen Netzwerks mehr und mehr zu schätzen: Es ist offen, ehrlich und erbarmungslos. Die Zensur nimmt der Nutzer selbst vor. Wer zuviel Mist postet fliegt aus der Timeline. Das führt mit der Zeit zum perfekten News-Ticker – vorausgesetzt man macht sich die Mühe. Ein guter Feedreader ist dennoch nicht zu verachten.

Das zeigt sich allein schon an dem Aufschrei, der durchs Netz ging, als  Google den Google Reader – den ehemals besten aller Feedreader – eingestellt hat. Nun bin ich bei Feedly gelandet. Der leistet mir treue Dienste. Ein wenig vermisse ich den Reader.

Überhaupt geht so mancher nützlicher Dienst den Bach herunter. Als großer Fan des Bookmarking-Dienst Mister-Wong verstehe ich bis heute nicht, warum das Portal in eine Social-Shopping-Plattform umgewandelt wurde. Mister-Wong – es war schön mit Dir. Shoppen kann ich auch alleine. Pinterest? Hab ich ausprobiert. Ist nicht mein Ding. Scheint eher was für die Damenwelt zu sein.

Für echte Männer hingegen ist Foursquare das perfekte Netzwerk: Einchecken reicht. Reden überflüssig. Was will man(n) mehr? Außer vielleicht die einst schönere Schwester Gowalla. Hätte uns da nicht Facebook einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bald nehm’ ich’s persönlich.

Persönliches findest Du von mir auf Xing, LinkedIn und Google+. Ersterem vertraue ich meine Daten an, weil es sich um ein deutsches Unternehmen handelt und echten Nutzwert bietet. Mittleres ist mir ein wenig suspekt. Das läuft halt so mit. Mal sehen wie lange noch. Letzteres hat sich unauffällig in mein Leben geschlichen. Wie alles vom Unternehmen, dass nichts böses tun will.

Denn wer sich einmal einen Google Account zugelegt hat – sei es für Youtube, Google Mail, Google+ oder einen anderen Google Dienst – landet früher oder später in den Fängen der Datenmaschine. Warum auch nicht? Alle Dienstleistungen sind gut, einfach, kostenlos und über den selben Account erreichbar. Doch irgendwann ist die Abhängigkeit da. Wie ich damit in Zukunft umgehe? Vielleicht gründe ich mal den Club der anonymen Google-User.

Das kommt ganz auf Deine Launen an, liebes Internet.

2015-03-10T16:49:26+00:00 2014/01/20|Medien, Texte|0 Comments

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