Bettelnd, drohend, aggressiv, verharmlosend – so klingen Anfragen von Mediaplanern und Werbungtreibenden, wenn sie die Werbevermarkter in neue Rabatthöhen treiben wollen. Das ganze Ausmaß an Höhen und Tiefen der Rabattverhandlungen manifestiert sich letztendlich in den E-Mail-Wechseln zwischen Werbevermarkter und -einkäufer.

In meiner langen Zeit in der Print-Vermarktung hab ich mir einen Spaß daraus gemacht die schönsten Verhandlungskniffe und -tricks, aus den zahlreichen E-Mails, die ich dazu bekommen habe zu sammeln. Leute vom Fach werden hier so manche Phrase wiedererkennen und einiges zum Schmunzeln haben.

Wenn Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt – egal ob Verkäufer oder Einkäufer – dann freue ich mich über Euren Kommentar.

Hier das Ergebnis:

MEINE TOP TEN DER MEDIA-RABATT-ANFRAGEN

Platz 10:

“Vielen Dank für das Angebot. Aber es gibt wichtigen Klärungsbedarf. Leider reicht es dem Kunden nicht aus. Prüfen Sie bitte die Möglichkeit, eine Seite umsonst zu bekommen. Der Kunde ist extrem wichtig.”

 

Platz 9:

“Hier bräuchten wir noch eine zusätzliche Frequenz um das Ziel zu erreichen. Daher möchte ich Sie bitten zu prüfen, ob wir die zusätzliche Frequenz on Top erhalten können.”

 

Platz 8:

“Können wir dem Kunden eine Seite mit 70% Rabatt anbieten? Denn er hat garantiert kein größeres Budget zur Verfügung… Es wäre für ihn auch der einzige Titel den er belegen würde. “Anderenfalls müssen wir es in Betracht ziehen, das Angebot der Konkurrenz in Anspruch zu nehmen.”

 

Platz 7:

„Es handelt sich nur um einen Test. Könnten Sie uns also bitte einen anständigen Nachlass geben? Bei Erfolg werden wir dann noch mehr schalten.“

 

Platz 6:

“Beim Kunden fällt kurzfristig die Entscheidung, ob der Restetat ins Internet (Google, er hat ein sehr gutes Angebot vorliegen) oder Print fließt. Falls wir mit Print zum Zuge kommen, hätte er gerne nochmal eine Ausgabe mit 2 Anzeigen on top.”

 

Platz 5:

„Die Konkurrenz hat uns ein viel besseres Angebot gemacht. Da müssen Sie mitziehen.“ „Wie sah das Angebot denn aus?“ „Das kann ich Ihnen nicht sagen.“

 

Platz 4:

“Ich würde dem Kunden gerne ein 1+1 Angebot machen. Ich denke nicht, dass wir damit diesen Angeboten Bahn brechen. Es bleibt eine Ausnahme.”

 

Platz 3:

„Ihr Angebot ist nicht zufriedenstellend. Ich treffe mich um 15 Uhr mit dem Kunden. Sagen Sie mir, was ich ihm ausrichten soll. Arbeiten wir 2012 zusammen? Oder nicht?“

 

Platz 2:

“Was können Sie uns an Konditionen anbieten? Leider sind wir ein wenig über Budget, wäre toll, wenn wir unsere Planung beibehalten könnten. Welche Top-Platzierung wäre möglich?”

 

Platz 1:

„Ich habe nochmal mit dem Kunden gesprochen. Wir würden den Deal gerne machen. Allerdings können wir dieses Geld nicht aufbringen. Das Geld benötigen wir für Sonderprojekte und eine Messe-Aktion. Den Restbetrag kann ich Ihnen anbieten. Und damit hätten Sie dann unseren gesamten Topf geleert. Schlagen Sie ein! Mehr Geld habe ich nicht. Es macht aber auch nur Sinn, alle Ausgaben durchzubuchen.“